Hamburg ist auf dem Weg zur emissionsfreien Stadt. Seit 2025 werden keine Verbrenner mehr als Taxen und Mietwagen neu zugelassen. Hamburgs Bekenntnis zur Klimaneutralität ist ambitioniert und stellt Taxi- und Mietwagenunternehmen vor Herausforderungen. Elektrofahrzeuge sind in der Anschaffung teurer, die Ladeinfrastruktur ist nicht überall ausreichend verfügbar, und Ausfallzeiten durch Ladezyklen wirken sich unmittelbar auf die Wirtschaftlichkeit der Unternehmen aus.
Um die Umstellung zu erleichtern, subventioniert die Stadt seit 2021 die Neuanschaffung von Elektro-Taxis – allein in diesem Jahr mit 700.000 €. Mietwagenunternehmen erhalten keine Subventionen, obwohl sie vom Verbrennerverbot genauso betroffen sind und bei der Umstellung ähnlichen Herausforderungen gegenüberstehen wie Taxiunternehmen. Zudem sind Mietwagenunternehmen zusätzlichen strukturellen Belastungen ausgesetzt – insbesondere in Form der Rückkehrpflicht. Diese wird im Falle von Elektrofahrzeugen aufgrund der geringeren Reichweiten gleich zur doppelten Belastung.
Der Bundesverband wirfahren begrüßt grundsätzlich Anstrengungen für mehr nachhaltige Mobilität. Mietwagenunternehmen sind Teil der Lösung für eine klimafreundliche urbane Mobilität und damit Teil einer erfolgreichen Verkehrswende. Diese gelingt aber nur, wenn ökologische Zielsetzungen und wirtschaftliche Realitäten miteinander in Einklang gebracht werden. Daher sollten auch Mietwagenunternehmen bei der Antriebswende unterstützt werden.
Insbesondere da es gerade für Mietwagen Unterstützungsansätze gibt, die keine zusätzlichen Haushaltsmittel erfordern – etwa die Genehmigung zusätzlicher „Abstellorte“. So sieht das PBefG vor, dass Kommunen die Möglichkeit haben, Mietwagenunternehmen den Betrieb eines weiteren Abstellortes zu erlauben, an dem die Fahrzeuge sich bereithalten dürfen. So würden viele unnötige Leerkilometer entfallen. Zudem könnten Mietwagenunternehmen dort Ladesäulen installieren und so immer wieder zwischenladen. Kommunen wie Hamburg sollten diese Möglichkeit zur Genehmigung daher viel häufiger nutzen, um so den Betrieben die Umstellung auf E-Autos erheblich zu erleichtern.
Foto: Ivan Radic, Wikimedia Commons (CC Attribution 2.0)
