Die Frankfurter Allgemeine Zeitung (FAZ) berichtet über ein aktuelles Forschungspapier des ifo Instituts/CESifo mit dem Titel „Is Work from Home Good for the Environment?“. Die Studie macht deutlich: Homeoffice verändert Mobilität dauerhaft. Zwar steigen die Distanzen zwischen Wohn- und Arbeitsort im Schnitt, doch weil Beschäftigte insgesamt seltener ins Büro fahren, sinken die pendelbedingten Verkehrsemissionen langfristig. Entscheidend ist dabei vor allem die deutlich geringere Häufigkeit des Pendelns: Laut Studie ist die Pendelfrequenz um 18 Prozent zurückgegangen.
Diese Entwicklung betrifft nicht nur den privaten Pkw-Verkehr oder den öffentlichen Nahverkehr – sie hat auch direkte Auswirkungen auf den Taxi- und Mietwagenmarkt. Denn ein Teil der Nachfrage in Städten hängt eng mit klassischen Pendelroutinen zusammen: Fahrten zum Arbeitsplatz, zum Bahnhof, zu Terminen in Innenstädten oder zu regelmäßigen Geschäftswegen. Wenn diese Fahranlässe strukturell weniger werden, ist absehbar, dass auch Taxi- und Mietwagenunternehmen langfristig mit weniger Fahrten als in der Vor-Pandemie-Zeit rechnen müssen.
Gerade deshalb wird in einem veränderten Markt ein Faktor immer wichtiger: Auslastung. Wenn insgesamt weniger Aufträge entstehen, braucht es eine möglichst effiziente Vermittlung, um Leerzeiten und Leerfahrten zu reduzieren und die vorhandene Nachfrage bestmöglich zu bedienen. Kooperationen mit Plattformen wie Uber oder Bolt können dabei ein sinnvoller Baustein sein: Sie bündeln Nachfrage digital, vermitteln in Echtzeit und können so dazu beitragen, die Zahl der Fahrten pro Schicht zu erhöhen. Für Taxi- und Mietwagenunternehmen ist das eine konkrete Chance, ein entstehendes Auftragsdefizit auszugleichen – und auch unter neuen Mobilitätsbedingungen wirtschaftlich stabil zu bleiben.
