Der aktuelle Fachkräftereport des Kompetenzzentrums Fachkräftesicherung (KOFA, Stand März 2026) zeigt: Während sich die Lage am Arbeitsmarkt insgesamt konjunkturbedingt entspannt, verschärft sie sich im Verkehrssektor.
Berufskraftfahrer: Engpass wächst weiter
Bei BerufskraftfahrerInnen im Güterverkehr stieg die Fachkräftelücke gegenüber dem Vorjahresmonat um 1.758 auf zuletzt 4.209 Stellen. Bei mehr als 25.000 gemeldeten offenen Stellen ergibt das eine Stellenüberhangsquote von 16,6 Prozent – fast jede sechste Stelle bleibt unbesetzbar. Bemerkenswert: Dieser Trend läuft gegen die allgemeine Entwicklung am Arbeitsmarkt, wo Stellenzahlen sinken und Arbeitslosigkeit steigt. Altersabgänge, hohe Qualifikationsanforderungen und geringe Berufsattraktivität wiegen hier offenbar schwerer als die schwache Konjunktur.
Was das für Taxi und Mietwagen bedeutet
Aus Sicht des Bundesverbands wirfahren ist diese Entwicklung ein Warnsignal, das über den Güterverkehr hinausweist. Auch aus Taxi- und Mietwagenunternehmen vernehmen wir bereits Sorgen und Probleme im Hinblick auf Fachkräftegewwinung. Und genauso hängt auch hier das Mobilitätsangebot direkt davon ab, wie leicht FahrerInnen in den Beruf einsteigen können. Steigt die Eintrittshürde, drohen dieselben Effekte: sinkendes Fahrerangebot, wachsende Besetzungsprobleme und am Ende weniger Mobilität für Fahrgäste. Insbesondere die Anbindung im ländlichen Raum oder zu Randzeiten könnte so leiden.
Der Report des KOFA zeigt zudem, wie wichtig niedrigschwellige Zugänge in Engpassberufen sind: 2025 beschäftigten sechs von zehn Unternehmen mindestens eine QuereinsteigerIn – meist mit positiven Erfahrungen.
Unsere Position: Zugang erleichtern statt erschweren
Deshalb setzt sich der Bundesverband wirfahren gegen zusätzliche Zugangsbeschränkungen für MietwagenfahrerInnen ein, wie sie in einzelnen Bundesländern als verpflichtende Fachkunde diskutiert werden. Eine solche Hürde würde den Einstieg in einen bereits von Personalmangel betroffenen Beruf weiter erschweren – mit absehbaren Folgen: weniger FahrerInnen, längere Wartezeiten, eingeschränkte Mobilität in Stadt und Land.
Die Entwicklung im Güterverkehr zeigt, wohin ungebremster Fachkräftemangel führt. Für Taxi und Mietwagen gilt es, dem durch offene, praxisnahe Zugangswege aktiv entgegenzuwirken.
Quelle: KOFA Kompakt 05/2026, „Fachkräftereport März 2026″, Philip Herzer / Gero Kunath, IW-Fachkräftedatenbank auf Basis von Sonderauswertungen der BA und der IAB-Stellenerhebung.
