Seit Anfang Juli gelten in München Mindestbeförderungsentgelte für app-vermittelte Mietwagen. Bereits wenige Wochen nach ihrer Einführung zeigen sich deutliche Auswirkungen.

Besonders stark betroffen sind die Münchner Außenbezirke. In Trudering-Riem ging die Zahl der vermittelten Fahrten innerhalb eines Monats nach Einführung der Mindestpreise demnach um 48 Prozent zurück, in Feldmoching-Hasenbergl um 23 Prozent. Aber auch in den Innenstadtbezirken wurden Rückgänge zwischen sieben und 14 Prozent verzeichnet.

Höhere Preise treffen Fahrgäste und Unternehmen

Die Entwicklung zeigt ein grundsätzliches Problem von Mindestpreisen: Werden erschwingliche Angebote regulatorisch verhindert, sinkt die Nachfrage. Leidtragende sind dabei nicht nur die Fahrgäste, sondern auch die lokalen Mietwagenunternehmen und ihre Beschäftigten.

Ein Münchner Mietwagenunternehmen mit 46 Beschäftigten berichtet seit Einführung der Mindestpreise von einem Umsatzrückgang von rund zehn Prozent. Die Zahl der durchgeführten Fahrten sei teilweise noch deutlich stärker gesunken. Der Betriebsleiter warnt deshalb davor, dass Arbeitsplätze von Fahrerinnen und Fahrern gefährdet sein könnten.

Gleichzeitig verlieren Verbraucherinnen und Verbraucher den Zugang zu erschwinglichen Mobilitätsangeboten. Gerade Menschen mit geringerem Einkommen sowie Fahrgäste in den Außenbezirken dürften deshalb besonders von den höheren Preisen betroffen sein.

Weniger Mobilität ist keine Lösung

Die ersten Zahlen aus München verdeutlichen damit, wovor der Bundesverband wirfahren seit Langem warnt: Mindestbeförderungsentgelte schaden den Mietwagenunternehmen und ihren Angestellten und lösen keine strukturellen Probleme des Taxigewerbes. Stattdessen verteuern sie die Mobilität künstlich.

Hinzu kommt die weiterhin ungeklärte rechtliche Situation. Gegen die Münchner Mindestpreisregelung liegen laut tz inzwischen fünf Eilanträge beim Verwaltungsgericht vor. Die Entwicklung in München sollte deshalb auch für andere Kommunen ein Warnsignal sein: Wer Mobilität durch Mindestpreise verteuert, muss damit rechnen, dass am Ende weniger Menschen mobil sind, weniger Fahrten stattfinden und lokale Unternehmen sowie ihre Beschäftigten die wirtschaftlichen Folgen tragen.

Lesetipp: „Mindestpreise bei Uber und Co.: Anbieter klagt über Rückgang – ‚Langfristig Jobs in Gefahr‘“, tz, 2. September 2026.