Berlin, 10. September 2026 – Die Branche kam zusammen, und der Saal war voll: Der erste Zukunftskongress Taxi & Mietwagen in der Wartehalle Berlin war bereits Tage vor Veranstaltungsbeginn ausgebucht. Rund 120 TeilnehmerInnen aus Politik, Verwaltung, Wissenschaft und Unternehmen diskutierten einen Tag lang über die zentrale Frage: Wie fährt der Sektor morgen? Veranstaltet wurde der Kongress gemeinsam vom Bundesverband wirfahren, dem Taxiverband Deutschland (TVD) und dem Bundesverband der Chauffeur- & Mietwagenunternehmen Deutschland (BCMD) – ein Schulterschluss, der in dieser Form neu ist und der dem Tag von Beginn an sein Gewicht gab.

Auftakt mit klarer Ansage

Tino Müller (BCMD), Thomas Mohnke (Bundesverband wirfahren) und Dirk Holl (TVD) eröffneten den Kongress mit einem gemeinsamen Appell: Taxi und Mietwagen brauchen Rahmenbedingungen, die zur Mobilität von morgen passen – und zwar heute. Prof. Dr. Andreas Knie vom Wissenschaftszentrum Berlin für Sozialforschung stellte anschließend die provokante Frage, ob Taxi und Mietwagen Relikte der Vergangenheit oder Teil der Mobilität von morgen seien. Seine Antwort und die anschließende Diskussion setzten den Ton für den gesamten Tag.

Dass die Branche ihre Zukunft aktiv gestaltet, zeigte Pascale Sperber, Geschäftsführerin der EXORD GmbH, mit der Premiere einer neuen Schulungs-App für Taxi- und MietwagenfahrerInnen. Qualität sichern heißt Wissen stärken – ein Thema, das viele TeilnehmerInnen in den Pausen weiterdiskutierten.

Streitpunkt Preisregulierung ein Blick in über den Tellerrand der deutschen Debatten und auf die Zukunft des PBefG

Kontrovers und dicht wurde es bei der Podiumsdiskussion zu flexiblen Taxi-Tarifen und Mietwagen-Mindestentgelten. Matthias Schleifenbaum (LEITFELD Rechtsanwälte), Dr. Henry Goecke (IW Consult) und Prof. Dr. Rudolf Juchelka (Universität Duisburg-Essen) beleuchteten das Spannungsfeld aus juristischer, ökonomischer und verkehrsgeografischer Perspektive. 

Am Nachmittag ging es um digitale Vermittlungsapps und ihren Mehrwert für Unternehmen, Verbraucher und Kommunen – im Dialog mit Christoph Weigler, General Manager Deutschland bei Uber. Weigler stellte interessante Projekte der Plattform vor und machte deutlich, warum gerade Kommunen und traditionelle Taxibetriebe noch viel mehr von Apps profitieren könnten.

Internationale Schlaglichter lieferten Miguel Pinto vom Taxi- und Mietwagenunternehmen Bluwalk mit Erfahrungen aus Portugal sowie Anna Ludwig von CHACOMO – Swiss Alliance for Collaborative Mobility mit Einblicken aus der Schweiz. Beide zeigten, dass eine sinnvolle und zugleich schlanke Regulierung der Personenbeförderung die Angebotsituation für BürgerInnen gerade im ländlichen Bereich verbessert.

Anschließend stellte Herwig Kollar, Rechtsanwalt und ehemaliger Präsident eines Taxiverbandes, am Beispiel von Taxi Frankfurt dar, wie Taxis konkret von der Zusammenarbeit mit Apps profitieren und so langfristig gestärkt werden.

Den politischen Höhepunkt bildete die Podiumsdiskussion zur Zukunft des Personenbeförderungsrechts mit Michael Donth MdB (CDU/CSU), Stefan Zierke MdB (SPD), Victoria Broßart MdB (B’90/Die Grünen), Andreas Wille (Ministerium für Umwelt, Naturschutz und Verkehr NRW) und Andreas Auler (Vorsitzender des Ordnungs- und Verkehrsausschusses der Stadt Düsseldorf). Bund, Land und Kommune an einem Tisch – genau dieser Austausch war das Ziel des Kongresses.

Zum Abschluss zogen Tino Müller, Thomas Mohnke und Romy Holl (Holl AG) Bilanz. Beim Get-together wurde beim Grillen und kalten Getränken bis in den Abend weiterdiskutiert.

Erster, aber gewiss nicht letzter Kongress

Als Bundesverband wirfahren zielen wir eine ausschließlich positive Bilanz: Der erste Zukunftskongress hat gezeigt, wie groß der Gesprächsbedarf – und die Gesprächsbereitschaft – in der Politik und der Branche ist. Wir sind daher sicher, dass dieser Kongress zwar der Erste seiner Art war, aber definitiv nicht der Letzte sein wird!

Um auch allen, die am 10.09. nicht dabei sein konnten, spannende Einblicke zu geben, veröffentlichen wir in den kommenden Tagen  hier ausführlichere Beiträge zu ausgewählten Vorträgen und Diskussionsrunden.