Angesichts der stark gestiegenen Kraftstoffpreise fordert der Bundesverband wirfahren kurzfristige Entlastungen für Taxi- und Mietwagenunternehmen. Der Verband spricht sich daher dafür aus, die Betriebspflicht für Taxis sowie die Rückkehrpflicht für Mietwagen bundesweit vorübergehend auszusetzen.

„Die aktuellen Kraftstoffpreise überschreiten für viele Taxi- und Mietwagenunternehmen die Grenze des wirtschaftlich Machbaren. Wer Mobilitätsangebote erhalten will, muss jetzt dafür sorgen, dass Unternehmen nicht zusätzlich gezwungen werden, wirtschaftlich unsinnige Fahrten und Betriebszeiten zu stemmen“, erklärt Thomas Mohnke, Co-Vorsitzender des Bundesverbands wirfahren.

Betriebspflicht flexibilisieren – insbesondere im ländlichen Raum

Die Betriebspflicht verpflichtet Taxiunternehmen im jeweiligen Pflichtfahrgebiet grundsätzlich dazu, ihren Betrieb entsprechend den behördlichen Vorgaben aufrechtzuerhalten. Gerade in ländlichen Regionen können Zeiten mit einer besonders schwachen Nachfrage bei den derzeitigen Kraftstoffpreisen zu einer erheblichen wirtschaftlichen Belastung werden.

Eine vorübergehende Aussetzung beziehungsweise Flexibilisierung der Betriebspflicht würde Taxiunternehmen ermöglichen, ihre Einsatzzeiten stärker an der tatsächlichen Nachfrage auszurichten und etwa besonders unwirtschaftliche Nachtdienste zu reduzieren.

Rückkehrpflicht aussetzen und unnötige Leerkilometer vermeiden

Auch bei Mietwagen sieht der Bundesverband wirfahren erhebliches Entlastungspotenzial. Nach geltendem Personenbeförderungsrecht müssen Mietwagen nach Abschluss eines Auftrags grundsätzlich zum Betriebssitz zurückkehren, sofern sie nicht bereits einen neuen Beförderungsauftrag erhalten haben.

„In der aktuellen Situation ist es kaum vermittelbar, Fahrzeuge weiterhin zu unnötigen Leerfahrten zu zwingen. Die Rückkehrpflicht verursacht jeden Tag eine enorme Zahl vermeidbarer Leerkilometer. Das verbraucht unnötig Energie und verursacht vermeidbare Emissionen. Gegenwärtig belastet diese Pflicht Unternehmen jedoch erheblich stärker.“, so Mohnke.

„Wenn Energie plötzlich erheblich teurer wird, muss die Politik darauf reagieren können. Betriebspflicht und Rückkehrpflicht dürfen in dieser Situation nicht dazu führen, dass Kraftstoff ohne verkehrlichen Nutzen verbraucht wird. Eine temporäre Aussetzung wäre eine unmittelbar wirksame Entlastung für die Unternehmen und könnte gleichzeitig unnötigen Energieverbrauch reduzieren“, so Mohnke abschließend.