Der Landkreis Dahme-Spreewald hat die bestehende Vereinbarung mit dem Land Berlin über den Taxiverkehr am Flughafen Berlin Brandenburg (BER) zum 31. Dezember 2026 gekündigt. Ab dem 1. Januar 2027 sollen damit nur noch Taxis mit Betriebssitz in Schönefeld Fahrgäste direkt an den Taxiständen des Flughafens aufnehmen dürfen. Berliner Taxis verlieren ihre bisherige Ladeberechtigung. Die bisherige Vereinbarung stammt aus dem Jahr 2020 und ermöglichte zuletzt 550 Berliner Taxis die Aufnahme von Fahrgästen am BER. Insgesamt sah die Vereinbarung Ladeberechtigungen für bis zu 1.100 Taxis aus Berlin und dem Landkreis vor. Der Landkreis begründet die Kündigung unter anderem mit einer gesunkenen Nachfrage nach Taxifahrten und geht davon aus, dass künftig 500 bis 600 Fahrzeuge ausreichen, um die Nachfrage zu bedienen.

Aus Sicht des Bundesverbands wirfahren darf die Debatte jedoch nicht allein aus der Perspektive einzelner Verkehrsangebote oder Konzessionsgebiete geführt werden. Im Mittelpunkt müssen die Interessen der Reisenden stehen.

Verlässliche Mobilität auch zu Spitzenzeiten sicherstellen

Ein internationaler Flughafen braucht zu jeder Zeit ein ausreichendes, verlässliches und einfach zugängliches Mobilitätsangebot. Gerade bei Nachfragespitzen, verspäteten Flügen oder Störungen im Bahnverkehr muss gewährleistet sein, dass Reisende schnell und zuverlässig ihr Ziel erreichen können. Dabei leisten unterschiedliche Angebote einen wichtigen Beitrag: der öffentliche Verkehr ebenso wie Taxis und Mietwagen. Entscheidend ist, dass insgesamt genügend Fahrzeuge zur Verfügung stehen und Reisende zwischen verschiedenen Angeboten wählen können. Auch die Berliner Senatsverwaltung weist ausdrücklich darauf hin, dass für Nachfragespitzen – etwa bei Störungen des Bahnverkehrs – weiterhin eine Abstimmung zwischen Flughafengesellschaft, Landkreis und Berlin erforderlich sein wird.

Gemeinsame Lösung für Berlin und Brandenburg notwendig

Statt neue Grenzen zwischen den Verkehrsangeboten der Hauptstadtregion zu ziehen, sollten Berlin, der Landkreis Dahme-Spreewald und die Flughafengesellschaft gemeinsam eine langfristig tragfähige Lösung entwickeln. Der BER ist der Flughafen einer gesamten Metropolregion. Seine Fahrgäste orientieren sich nicht an Verwaltungsgrenzen. Für sie zählt, dass nach der Landung ein ausreichendes Angebot zur Verfügung steht, Wartezeiten gering bleiben und sie ihr Ziel zuverlässig erreichen können. Das gemeinsame Ziel muss eine leistungsfähige Mobilitätsversorgung am BER sein, die sich an den Bedürfnissen der Reisenden orientiert – unabhängig davon, auf welcher Seite der Landesgrenze ein Unternehmen seinen Betriebssitz hat.